OPER.A 20.21 - Präsentation


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OPER.A 20.21


Flucht vor der (Ir)Realität

Die Stiftung Haydn von Bozen und Trient präsentiert die dritte Auflage des Opernprojektes OPER.A 20.21 unter der künstlerischen Leitung von Matthias Lošek. In der Spielzeit 2017/18, die von Dezember 2017 bis April 2018 fünf Operntitel in Bozen und Trient vorsieht, verschmelzen Tradition und Gegenwart in einer Programmdramaturgie, die das Erzählen von realen und surrealen Geschichten in den Mittelpunkt stellt.

Auch in ihrer dritten Ausgabe wartet die Opernsaison der Stiftung Haydn, OPER.A 20.21, unter der künstlerischen Leitung von Matthias Lošek, mit einem abwechslungsreichen Spielplan auf, der neben vier zeitgenössischen und einem traditionellen Operntitel erstmals auch ein Artist-in-Residence-Projekt im Programm hat. In der Saison 2017/18 soll damit das Potential zeitgenössischer musiktheatralischer Ausdrucksformen in der Region Trentino-Südtirol aufgezeigt werden und gleichzeitig international, renommierte Künstler mit ihr vernetzen.

„Vor nicht einmal zwei Jahren wurde das Projekt OPER.A 20.21 aus der Taufe gehoben,”, erklärt Chiara Zanoni, Präsidentin der Stiftung Haydn von Bozen und Trient. „In diesen zwei Jahren durften wir uns intensiv mit dem zeitgenössischen Musiktheater auseinandersetzen, ohne dabei ganz auf traditionelle Operntitel mit gegenwärtigem Bezug zu verzichten. In der kommenden Spielzeit wollen wir verstärkt versuchen, mit unserem Opernprogramm neuen Publikumsansprüchen gerecht zu werden. Gemeinsam mit dem künstlerischen Leiter und in Zusammenarbeit mit dem Haydn Orchester arbeiten wir an Projekten, die neues Musiktheaterschaffen zu Tage fördern und das künstlerische Potential unserer Region nutzen. Gleichzeitig“, fährt die Präsidentin fort, „möchten wir auch für nationale und internationale Partner wichtiger Referenzpunkt im Bereich des zeitgenössischen Musiktheaters sein: Mit dem renommierten italienischen Kritikerpreis Premio-Abbiati für die Regie von Nicola Raab in Written on Skin ist uns sicher auch ein Schritt in diese Richtung geglückt.“

Programmatischer Schwerpunkt der Opernsaison 2017/18 ist die Flucht vor der Realität. Die dritte Spielzeit von OPER.A 20.21 stellt nach „The Irony of Life“ und „Love and other Cruelties“ thematisch den Schlusspunkt einer Dreijahresplanung dar, die sich mit dem Mensch und der Frage, was ihn bewegt auseinandergesetzt hat.
„Das doppelbödige Motto „Escape from Reality“, so der künstlerische Leiter Matthias Lošek, „unterstreicht zwei zentrale Funktionen der Kunst: Zum einen eröffnet sie uns die Möglichkeit, der Wirklichkeit zu entfliehen und zum anderen bietet sie uns die Chance, über unser Dasein zu reflektieren. Kunst, und als solche die Oper, ist ein Ort menschlicher Wahrheiten und Wirklichkeiten, eine lebendige Kunstform mit großem Potential und Tradition, die sich immer neu zu definieren vermag, vor allem weil sie eben nicht nur in der Vergangenheit verharrt.“
„Neu auf unserem Programm ist das Projekt Artist in Residence”, fügt Matthias Lošek hinzu. „Erstmals kann unser Publikum einem Künstler sowohl im Konzert- als auch im Opernprogramm begegnen. Erster Artist in Residence ist der aus Innsbruck stammende Komponist Johannes Maria Staud, der wohl ohne Übertreibung zu den führendsten und international gefragtesten Komponisten seiner Generation zählt.“

Opernprogramm 2017/18
Die ersten Veranstaltungen auf dem Programm 2017/18 von OPER.A 20.21 sind dem österreichischen Komponisten Johannes Maria Staud gewidmet: Unter dem Titel Late Night findet am 28. November ein Kammerkonzert im Batzen Sudwerk statt, gefolgt von einem Symposium am 2. Dezember zum zeitgenössischen Musiktheater in der Eurac. Höhepunkt seiner Künstlerresidenz ist die italienische Erstaufführung der Oper Die Antilope, am Samstag 2. und Sonntag 3. Dezember im Stadttheater Bozen. Die Oper, 2014 in Luzern uraufgeführt, erzählt von der absurden nächtlichen Exkursion des frustrierten Finanziers Victor, einem tragischen Helden, der die Einbindung in die Gesellschaft verweigert. Zum pointiert poetischen Text des Lyrikers und Büchner-Preisträgers Durs Grünbein schrieb Johannes Maria Staud eine facettenreiche Musik mit überraschenden Verläufen und Live-Elektronik.
Im Rahmen der Konzertsaison spielt das Haydn Orchester das Stück Moment, Leute, Moment!

Im Teatro Sociale eröffnet der italienische Komponist Roberto Vetrano am Samstag 20. und Sonntag 21. Januar 2018 in Trient mit Ettore Majorana. Cronaca di infinite scomparse. Die Oper befasst sich mit dem sizilianischen Kernphysiker Ettore Majorana, dessen Leben sich wie ein Krimi liest: 1938, im Alter von nur 31 Jahren, verschwand er spurlos und unter nie geklärten Umständen. Die Oper erzählt die Lebensgeschichte des italienischen Wissenschaftlers nicht linear, sondern beleuchtet sein mysteriöses Verschwinden mit wahrscheinlichen und unwahrscheinlichen Hypothesen von verschiedenen Blickwinkeln aus. Der Komponist Roberto Vetrano und der Regisseur Stefano Simone Pintor gewannen mit der Oper den von OperaLombardia ausgeschriebenen europäischen Wettbewerb Opera Oggi. Das Haydn Orchester leitet Jacopo Rivani.

Vom 22. bis 24. Februar werden die beiden Siegerprojekte des Wettbewerbs OPER.A 20.21 FRINGE in Bozen und Trient uraufgeführt. Die Ausschreibung für zeitgenössische Musiktheaterprojekte wurde im März 2017 von der Stiftung Haydn ins Leben gerufen, aus den 40 eingereichten Projekten wählte eine internationale Jury zwei aus, darunter die Oper Gaia von Hannes Kerschbaumer, einer der profiliertesten jungen Komponisten zeitgenössischer Musik. Kerschbaumer behandelt in Gaia eine brennend aktuelle Frage: Wie wäre die Erde nach einer vom Menschen verschuldeten tabula rasa? Die Oper ist ein in die Zukunft projiziertes Plädoyer für die Rettung der Menschheit. Zu sehen am 22. und 24. März im Stadttheater Bozen.
Das zweite Projekt Curon/Graun, eingereicht von der in Rovereto beheimateten Theatergruppe OHT – Office for a Human Theatre, greift die Geschichte der beiden Dörfer Graun und Reschen sowie deren Bewohner, die 1950 einem Stausee Platz machen mussten, auf und thematisiert das Aufeinanderprallen von ländlichem Idyll und Modernitätsstreben. Machtvolle Bilder, ergreifende Videoanimationen und suggestive Musik von Arvo Pärt (verschiedene Versionen von Fratres und Cantus in memory of Benjamin Britten) tragen der Sprachlosigkeit ob dieser Realität Rechnung. Am 23. März im Teatro Sociale in Trient.

Die Spielzeit 2017/18 endet am 21. und 22. April im Bozner Stadttheater mit Giuseppe Verdis Publikumsmagneten La Traviata. Sie ist nicht nur das berühmteste Werk des italienischen Komponisten, sondern auch das einzige, in dem er einen zeitgenössischen Stoff vertont hat. La Traviata ist in einer Inszenierung des Bozner Regisseurs Andrea Bernard zu sehen, er knüpft an den progressiven, skandalträchtigen Charakter Violetta Valérys an und hinterfragt die berührende Beziehungsgeschichte: Hinter den leidenschaftlichen Liebesbeteuerungen diagnostiziert er eine gegenseitige Abhängigkeit: Violetta und Alfredo, beide einsam und ehrgeizig, brauchen sich für die Festigung ihrer gesellschaftlichen Position. Das Haydn Orchester leitet Sebastiano Rolli.

Begleitveranstaltungen
Mit dem Ziel das Publikum ans zeitgenössische Musiktheater heranzuführen und an die Opernsaison zu binden, werden auch in der dritten Auflage von OPER.A 20.21 zu den Opernaufführungen Begleitveranstaltungen organisiert: An allen Aufführungstagen finden im Stadttheater Bozen bzw. im Teatro Sociale von Trient eine Stunde vor Vorstellungsbeginn Operneinführungen (Oper.a Intro) statt. Mit dem Format Oper.a Backstage wird dem Publikum ein Blick hinter die Kulissen ausgewählter Opernproduktionen gewährt. Im Anschluss an die Führung finden jeweils halbstündige, offene Proben statt.
An den Aufführungsabenden verkehren zwischen den Städten Bozen und Trient Shuttlebusse.

Abo- und Kartenverkauf
Abonnements können ab dem 23. Mai erneuert werden. Der reguläre Abo-Verkauf beginnt am 30 Mai, Einzeltickets sind ab 1. Juni an den Kassen des Stadttheaters Bozen und im Auditorium in Trient erhältlich. Mehr Informationen: Stadttheater Bozen, T +39 0471 053800 / Auditorium in Trient, T +39 0461 213834

Sponsoren und Förderer

Die Stiftung Haydn von Bozen und Trient bedankt sich bei allen Partnern sowie den Sponsoren Stiftung Südtiroler Sparkasse, Alperia und Ernst von Siemens Musikstiftung für die Unterstützung und Zusammenarbeit.